Digitale Assistenten

Die Sprachlautsprecher kommen

Nicht erst seit Amazons Alexa sind sprachgesteuerte digitale Assistenten Trend. Wir haben uns die unterschiedlichen Systeme einmal angeschaut.

Sprachgesteuerte digitale Assistenten sind in der Gesellschaft angekommen. Schon Anfang 2016 waren hierzulande beinahe 36 Millionen Menschen mit sprachgesteuerten Systemen wie zum Beispiel Apples Siri vertraut, fand eine Umfrage von Statista heraus. Kein Wunder, wenn man bedenkt, was diese Systeme leisten können. Sie öffnen Apps oder Programme, erstellen und ändern Termine, arbeiten als Wecker, Wetterfrosch oder DJ oder erinnern ihre Nutzer zum Beispiel daran, dass sie noch einkaufen wollten.

Alexa prescht vor

Wenn man sich im Markt umschaut, dann fällt sofort auf, dass Amazons digitale Sprachassistentin Alexa eine Sonderstellung unter den sprachgesteuerten digitalen Assistenten einnimmt. Denn anders als die Konkurrenz, die bislang nur auf Smartphones, Tablets oder dem PC zum Einsatz kommt, geht Alexa einen anderen Weg. Sie ist mit dem Lautsprecher Echo verbunden, der über seine insgesamt sieben Mikrofone die Sprachbefehle seiner Nutzer entgegennimmt und weiterleitet. Alexa hört nicht nur auf dabei nicht nur auf einen Nutzer, sondern auf die ganze Familie. Morgens weckt sie die Menschen, sagt ihnen, was den Tag über ansteht, wie das Wetter ist, was es mittags zu Essen geben könnte und abends löscht Alexa das Licht.

Ende Juni geht das neueste Mitglied der Alexa-Familie in den USA an den Start, im Laufe des Jahres soll das Gerät auch in Deutschland zu haben sein. Echo Show soll rund 240 Euro kosten und wartet mit einem Touchdisplay auf. Praktisch, denn so können seine Nutzer Fotos, Filme und Videoclips auf dem Bildschirm anschauen. Möglich sind natürlich auch Videotelefonie oder VoIP-Anrufe. Trotz Touchdisplay soll sich Echo Show auch per Sprache steuern lassen.

Siri sprach zuerst

Apples Siri ist die Pionierin in Sachen Sprachsteuerung und bereits seit Oktober 2011 in iPhones im Einsatz. Sie plaudert mit ihren Nutzern, erzählt ihnen Witze, versorgt sie mit Infos aus Politik, Sport und Unterhaltung, organisiert deren Alltag und spielt Musik ab. Bisher hat das gereicht, jetzt scheint Apple aber mehr zu wollen. Denn glaubt man den Gerüchten, dann könnte der Siri-Lautsprecher (als Alternative zu Amazons Alexa) schon im Juni auf den Markt kommen. Noch unklar ist, ob Apple seiner Box einen Touch-Bildschirm spendiert – angesichts dessen, dass Alexa schon weit verbreitet ist, muss der Siri-Lautsprecher eine Menge bieten, wenn er ein Erfolg werden soll.

Was Google macht

Google Assistant – so heißt der Nachfolger von Google Now. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist der Assistant lernfähig, stellt sich auf seinen Nutzer ein und merkt sich seine Vorlieben. Natürlich greift er dabei auf die Google-Suchmachine zurück und weiß deswegen sehr viel. Hinter den Konkurrenzsystemen braucht sich Googles Helferlein nicht verstecken, er kann alles, was sie können. Zum Einsatz kommt der Assistant bisher nur auf moderneren Android-Smartphones. Google Home, ein System, das mit Amazons Alexa vergleichbar ist, gibt es bereits seit dem vergangenen Herbst – allerdings nur in den USA. Bei uns in Deutschland verzögert sich der Markteintritt. Anders als bei Alexa soll Google Home nicht nur als Lautsprecher für die Wohnung, sondern auch permanent auf Smartphones verfügbar sein.

Cortana und Bixby

Microsoft Sprachassistentin heißt Cortana . Sie arbeitet sowohl in Windows 10 auf dem PC als auch auf dem Windows Phone 8.1. In ihren Funktionen ähnelt Cortana den anderen Systemen. Manche Experten finden allerdings, dass Cortana besonders witzig und schlagfertig ist. Mit seinem neuen Flaggschiff-Handy Galaxy S8 hat Samsung einen eigenen Assistenten eingeführt. Bixby ist lernfähig und sein Funktionsumfang beruht auf den Säulen Voice (Sprechen), Vision (Sehen), Reminder (Erinnern) und Home (Empfehlen). Das Besondere an Bixby ist, dass er keinen Fehler meldet, wenn er die Antwort nicht weiß. Stattdessen versucht er, seinem Nutzer alles, was er verstanden hat, zu präsentieren. Danach fragt Bixby nach mehr Informationen, um seine Aufgabe zu bewältigen. Bixby lernt aus seinen Fehlern, um zukünftig ähnlich formulierte Sätze besser zu verstehen. Natürlich kann man Bixby hierzulande nutzen, allerdings nicht seine Spracherkennung. Deutsch spricht er nämlich noch nicht. Wann Bixby das kann, ist nicht bekannt. Momentan versteht Bixby lediglich Koreanisch und Englisch. Trotzdem: Spezialisten glauben, dass Bixby ein ernstzunehmender Neuling ist.


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